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Klimabilanzbericht 2013

Zweiter umfassender Esslinger Klimabilanzbericht vorgestellt

Die Stadt Esslingen am Neckar hat ein ehrgeiziges Klimaziel: 25 % weniger CO2 bis 2020 im gesamten Stadtgebiet. Um das Ziel zu erreichen, verabschiedete im Jahr 2010 der Gemeinderat ein umfassendes Klimaschutzkonzept. Dieses beinhaltet eine Ausgangsbilanz für das Jahr 2007 und ein 43 Projekte starkes Maßnahmenpaket. Die Ausgangsbilanz 2007 ergab: im Gesamtgebiet der Stadt Esslingen wurden über eine Million Tonnen CO2 emittiert. Um zu sehen, ob die Entwicklungen und Bemühungen im Klimaschutz in die richtige Richtung gehen, hat sich die Stadt verpflichtet regelmäßig der Öffentlichkeit zu berichten. Im Ausschuss für Technik und Umwelt vom 30. Juni 2014 stellte die Stadtverwaltung die CO2 - und Energiebilanz für das Jahr 2013 vor.

Das IFEU-Institut, das bereits das Klimaschutzkonzept und auch die Ausgangsbilanz 2007 erstellt hat, wurde beauftragt, die Bilanz 2012 final abzuschließen und die erste Auswertung für das Jahr 2013 aufzustellen. Die Bilanz zeigt einen kontinuierlichen Abwärtstrend seit 2007: Im Vergleich zum Basisjahr 2007 konnten im Stadtgebiet Esslingen bis 2013 bereits knapp 140.000 Tonnen CO2 vermieden werden. „Auch wenn es aktuell noch vorläufige Daten sind, so zeigt sich heute schon eine deutliche Verbesserung der CO2-Bilanz um knapp 4 % zum vergangenen Jahr und 13,5 % seit 2007“, so Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger. „Damit haben wir nicht nur die rechnerische Zielvorgabe übertroffen, sondern bereits mehr als die Hälfte unseres Einsparziels erreicht“. Wichtig ist, dass es viele Einflussfaktoren auf die Bilanz gibt. Sie reichen von den lokalen Rahmenbedingungen, wie Wohnflächenentwicklung oder aber Bevölkerungsentwicklung, bis hin zu konjunkturellen Gegebenheiten oder der Witterung. Dennoch, auch witterungsbereinigt zeigt die Bilanz mit 14,8 Prozent eine deutliche CO2-Einsparung.
 
Seit der Bilanzierung aus 2007 konnten fast alle Bereiche den CO2 -Ausstoß reduzieren. Alleine der Bereich „Gewerbe, Handel & Dienstleistungen & sonstige“ legte zu. Gründe dafür liegen darin so das IFEU-Institut, dass der Dienstleistungssektor ein wachsender Bereich und zudem sehr heterogen ist. Zudem werden in dieser Kategorie nicht zuordenbare, aber entstandene Energieverbräuche zusammengefasst. Die größten Einsparerfolge wurden durch Investitionen der Industrie erzielt. So reduzierte alleine dieser Bereich von 2012 auf 2013 den CO2-Ausstoß um weitere knapp 30.000 Tonnen. Bezieht man sich auf das Basisjahr 2007, so beläuft sich die Reduktion sogar auf 100.000 Tonnen CO2. „Damit ist die Industrie nicht nur ein zentraler Faktor in der Ausgangsbilanz, sondern auch ein überaus engagierter Partner in der Erreichung unseres Klimaziels“, betont OB Jürgen Zieger.
 
Aber nicht nur die Industrie ist in der Pflicht. Alle Akteure sind nach wie vor aufgerufen, aktiv zu werden. Selbstverständlich auch die Stadtverwaltung selbst, um ihrer Vorbildrolle gerecht zu werden. Der im Februar 2014 veröffentlichte Energiebericht für städtische Gebäude zeigt beispielsweise, dass sich durch Investitionen im Bereich der Energieeffizienz u.a. durch Energieeffizienzbausteine wie Gebäudedämmung, Fenster- oder Heizungssanierung sowie dem sogenannten Energieeinsparcontracting der jährlichen CO2-Ausstoß städtischer Liegenschaften reduzierte. Allerdings sind nicht einmal 1 Prozent aller Esslinger Gebäude im Eigentum der Stadt Esslingen.
 
Um so wichtiger ist es, dass auch Private Haushalte ebenfalls aktiv sind. So zeigen die Beratungszahlen und Umfragen des Energiezentrum Esslingen, dass nach wie vor großes Interesse und Bereitschaft zum Energie sparen in der Bürgerschaft vorhanden ist und Investitionen getätigt werden. Dennoch gibt es in allen anderen Bereichen noch weiteres Potenzial. „Dranbleiben ist nun die Devise, denn der Umbau von Strukturen in Wirtschaft und Verwaltung, in Haushalten und Verkehrswesen ist eine gewaltige Herausforderung für uns alle. Wenn wir mit unseren Aktivitäten nachlassen, dann wird das Ziel nicht erreicht werden. Zudem ist auch klar, dass schnelle Einsparmöglichkeiten mit der Zeit ausgeschöpft sind und Einsparungen schwieriger zu erreichen sind“, betont Erster Bürgermeister Wilfried Wallbrecht.
 
Nach Einschätzung von Daniel Fluhrer, Leiter des Stadtplanungs- und Stadtmessungsamtes zeige die diesjährige Bilanz eindrücklich, dass die Stadt mit ihrem integrierten Klimaschutzkonzept auf dem richtigen Kurs sei. „In vielen Aufgabenbereichen leisten wir Pionierarbeit und wir erzielen mit vielen Aktionen Erfolge“, so Fluhrer. „Dennoch bedeutet Innovation dabei immer auch, dass neue Wege ausprobiert werden müssen und Rückschläge dazu gehören. Diese sind für uns Ansporn, noch besser zu werden. Unsere Kräfte müssen wir noch stärker darauf konzentrieren, weitere Akteure und Partner im Netzwerk zu gewinnen.“
 
Wie sich die Bemühungen 2014 auswirken, wird in der ersten Jahreshälfte 2015 vorgestellt.